Landeskabinett macht mit Gesetzentwurf den Weg für Rückkehr zu G9 frei

06.03.2018

Das Landeskabinett hat den Gesetzentwurf des Schulministeriums zur Umsetzung der Leitentscheidung G9 beschlossen. Ende März wird das "Gesetz zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge an Gymnasien" in den nordrhein-westfälischen Landtag eingebracht. Bei entsprechendem Beschluss können die Schulen ab dem Schuljahr 2019/20 in eigener Verantwortung festlegen, ob sie der Leitentscheidung zu einem neunjährigen Bildungsgang (G9) folgen wollen, oder ein Abitur nach acht Jahren bevorzugen.

Die NRW-Koalition setzt damit ein zentrales Versprechen ihres Koalitionsvertrags um und entspricht damit dem weitüberwiegenden Wunsch in der Bevölkerung nach mehr Zeit auf dem Weg zum Abitur. Der Beschluss respektiert aber zeitgleich, dass es Schulen gibt, die aus wohlerwogenen Gründen ein gut funktionierendes System des Abiturs nach acht Jahren beibehalten möchten.

Es ist ein fester Grundsatz der CDU, jedem Kind nach seinen Fähigkeiten individuelle Aufstiegschancen zu ermöglichen. Deshalb ist es uns wichtig, auch diesen Aspekt, der bisher lediglich schulfachlich in der Prüfungsordnung berücksichtigt wurde, gesetzlich zu verankern. Unter der Überschrift "G8 in G9" wird es leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern ermöglicht, besser als bisher, ihren Weg zum Abitur zu verkürzen. Die schulgesetzliche Umsetzung der Leitentscheidung schafft ein entspanntes und effektives Lernklima an den Schulen in NRW, ohne weitere aufreibende Diskussionen um die Dauer der Bildungsgänge.

Die wesentlichen Inhalte des Gesetzentwurfs sind:

  • Leitentscheidung: Alle öffentlichen Gymnasien stellen zum Schuljahr 2019/2020 grundsätzlich auf G9 um.
  • Die Umstellung umfasst die zu diesem Zeitpunkt in den Klassen 5 und 6 befindlichen Schülerinnen und Schüler.
  • Entscheidungsoption: Die Schulkonferenz kann einmalig von der Option Gebrauch machen, mit mehr als zwei Dritteln ihrer Mitglieder den Verbleib bei G8 zu beschließen. Der Schulträger wird dies in aller Regel umsetzen und der Schulaufsicht anzeigen. Einer Genehmigung durch die Schulaufsicht bedarf es dafür nicht.
  • Schulträger: Schulträger können nach dem Schuljahr 2019/2020 aufgrund einer Bedürfnisprüfung G8-Gymnasien errichten oder G9-Gymnasien in G8-Gymnasien ändern – wie auch die umgekehrte Option nutzen. Alle organisatorischen Entscheidungen zu einer Änderung bedürfen der Anhörung der Schule. Die letzte Entscheidung liegt jedoch beim Schulträger. Wie alle schulorganisatorischen Entscheidungen bedarf sie der Genehmigung durch die Schulaufsicht.
  • Private Schulträger: Freien Schulträgern steht es frei, darüber zu entscheiden, ob ihre Schule im achtjährigen oder neunjährigen gymnasialen Bildungsgang zum Abitur führt.